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Formen

Cavalier

Eine seltene Form mit einem sich unter den Kopf erstreckenden Schaft, dessen abnehmbarer Deckel Feuchtigkeit auffängt und der Pfeife erlaubt, aufrecht auf dem Tisch zu stehen.

Cavalier ist eine Pfeifenform, bei der sich der Schaft unter den Kopf erstreckt und an dessen Ende einen abnehmbaren Deckel trägt. Bei einer gewöhnlichen Pfeife verläuft der Schaft nur in eine Richtung, nach hinten vom Kopf weg; beim Cavalier bleibt der Schaft nicht hinter dem Kopf stehen, sondern senkt sich nach unten ab und verleiht der Pfeife dadurch eine Art Standfuß. Dank dieses Fußes kann die Pfeife, auf den Tisch gelegt, aufrecht stehen, ohne umzukippen.

Die Form ist heute nicht verbreitet; man begegnet ihr eher in einzeln gefertigten Meisterstücken und in alten Katalogen.

Aufbau und Funktionsprinzip

Was den Cavalier definiert, ist weniger sein Aussehen als seine Bohrungsanordnung. Im Schaft befinden sich zwei getrennte Bohrungen: Die erste verläuft von einem Ende des Schaftes durchgehend zum anderen, die zweite verbindet den Boden des Kopfes mit diesem Hauptkanal. Während der Rauch vom Kopfboden in den Schaft übertritt, sinkt kondensierende Feuchtigkeit durch die Schwerkraft zum tiefsten Punkt des Schaftes, also zur mit Deckel versehenen Verlängerung, und sammelt sich dort. So sammelt sich Feuchtigkeit nicht am hinsichtlich der Pfeifenanatomie empfindlichsten Ort, dem Rauchkanal und dem Mundstück.

Der Deckel am Ende der Verlängerung kann geschraubt oder gesteckt sein. Nach dem Abnehmen kann sowohl die angesammelte Flüssigkeit entleert als auch ein Reinigungswerkzeug durch einen geraden Kanal durch die Pfeife geführt werden. Damit zählt der Cavalier zu den Lösungen, die den Umgang mit Feuchtigkeit in die Gestaltung des Korpus verlagern; für Mechanismen, die dasselbe Problem auf anderem Wege angehen, siehe Pfeifenfilter und -systeme.

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