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Geschichte und Kultur

Französische Art-déco-Pfeifen mit Kugelkammer

Im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts in Pariser Werkstätten hergestellte kleine Pfeifen mit einer zerlegbaren Silber- oder Goldkugel in der Mitte. Die in die Kugel gelegte Watte ist ein früher Filterversuch.

Französische Art-déco-Pfeifen mit Kugelkammer sind ein kleines Pfeifenensemble, das im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts in Werkstätten rund um Paris hergestellt wurde und in keines der etablierten Formsysteme wirklich passt. Die gemeinsame Beschreibung lautet: ein schlanker, zwölf bis dreizehn Zentimeter langer Korpus, an einem Ende ein Bruyèreholz-Kopf, am anderen Ende ein gelbes Bernstein-Mundstück, genau in der Mitte eine Silber- oder Goldkugel.

Die Kugel ist kein Schmuckstück; wird ihr Schraubdeckel gelöst, öffnet sich eine kleine Kammer, die die Pfeife in zwei Teile trennt.

Pariser Werkstätten und Epoche

Alle Firmen, die diese Bauweise in Aufzeichnungen festgehalten haben, sind französischen Ursprungs. Lancel wurde 1876 von Angèle und Alphonse Lancel in Paris als kleiner Laden gegründet, der Pfeifen und Raucherzubehör verkaufte; auch wenn das Unternehmen sein Schwergewicht nach den 1880er Jahren auf Lederwaren verlagerte, werden die mit "A. Lancel" signierten, an der Adresse Boulevard Montmartre verkauften Stücke mit Kugelkammer auf die 1910er und 1920er Jahre datiert. Sommer Frères, den Aufzeichnungen zufolge in den 1860er Jahren gegründet, war eine weitere Pariser Firma, die sowohl Fabrik als auch Verkaufsgeschäft betrieb; ein auf etwa 1925 datiertes Exemplar derselben Bauweise wird unter diesem Namen geführt. Auch mit GBD gestempelte ähnliche Stücke sind bekannt. Die Kugelbauweise blieb nicht auf Pfeifen beschränkt, sondern wurde auch bei Zigarettenspitzen der Zeit angewandt. Ein Teil der Stücke ist mit der zugehörigen Schachtel erhalten, deren Innenfutter eine Prägung des Herstellers oder Verkäufers trägt; bei einem überlieferten Exemplar verweist diese Prägung auf eine Adresse in der 1800 eröffneten Passage des Panoramas, der ältesten überdachten Passage von Paris. Auch der Stilname fügt sich in diesen Rahmen: "Art déco" leitet sich von der 1925 in Paris veranstalteten Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes ab; als Epochenbezeichnung setzte sich der Begriff jedoch erst in den 1960er Jahren durch.

Die Watte in der Kugel

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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.