Rohstoffe
Mundstückmaterialien
Stellt die heute gebräuchlichen Materialien Ebonit (Vulkanit), Acryl und Cumberland sowie historische Materialien wie Bernstein und Horn für Pfeifenmundstücke vor, behandelt das Problem der Oxidation und die wichtigsten Mundstückformen.
Mundstückmaterialien umfassen die Stoffe, aus denen das Mundstück (stem) einer Pfeife gefertigt wird — jener Teil, der die Lippe berührt und den Rauch vom Kopf zum Mund führt. Bei heutigen Pfeifen stehen zwei Hauptmaterialien im Vordergrund: das gehärtete Kautschukmaterial Ebonit (Vulkanit) und Acryl (Lucite). In der Vergangenheit waren dagegen Bernstein, Horn, Elfenbein und frühe Kunststoffe verbreitet. Die Materialwahl bestimmt nicht nur das Aussehen, sondern auch den Tragekomfort für die Zähne, den Pflegeaufwand und die Haltbarkeit.
Ebonit (Vulkanit)
Ebonit ist das Ergebnis des von Charles Goodyear 1839 entdeckten Vulkanisationsverfahrens: Dem Kautschuk wird ein hoher Schwefelanteil beigemischt, und die Mischung wird durch langes Erhitzen gehärtet. Eines von Goodyears frühen Patenten führt das Pfeifenmundstück ausdrücklich unter den geeigneten Anwendungsbereichen auf. Die drei Bezeichnungen des Materials sind gleichbedeutend: „Ebonit“ leitet sich von der Ähnlichkeit mit Ebenholz her, „Vulkanit“ vom Hitzeverfahren, und die englische Bezeichnung „hard rubber“ bedeutet schlicht harter Kautschuk.
Ebonit fühlt sich für die Zähne weich an und federt beim Zubeißen leicht nach; deshalb wird es von Rauchern bevorzugt, die die Pfeife mit den Zähnen festhalten (Clencher). Sein größter Nachteil ist die Oxidation: Der enthaltene Schwefel reagiert mit Licht, Sauerstoff und Speichel und wandert an die Oberfläche. Das glänzend schwarze Mundstück verfärbt sich mit der Zeit grünlich-braun und hinterlässt einen bitteren, chemischen Geschmack. Um die Oxidation zu verzögern, wird empfohlen, das Mundstück lichtgeschützt aufzubewahren und mit einem Schutzöl zu behandeln; Näheres siehe den Artikel Pfeifenreinigung und -pflege.
Acryl und Cumberland
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