Geschichte und Kultur
Oom Paul: Name und Ursprung einer Pfeifenform
Der südafrikanische Staatsmann, nach dem die vollgebogene, zylinderkessellige Oom-Paul-Form benannt ist, ihre Rolle im Zweiten Burenkrieg und die ungeklärte Verwechslung mit der Bezeichnung 'Hungarian'.
Oom Paul ist eine vollgebogene (full bent) Pfeifenform mit zylindrischem Kessel, deren Stiel fast senkrecht nach oben gebogen ist und deren Mundstückspitze ungefähr auf Höhe der Kesselöffnung liegt. Der Korpus ist meist groß, das Mundstück dick; legt man die Pfeife ab, steht der Kessel aufrecht.
Der Name stammt von einem südafrikanischen Staatsmann, doch woher die Form eigentlich kommt und warum sie unter einem zweiten Namen bekannt ist, wird bis heute diskutiert. Für weitere Mitglieder des klassischen Repertoires siehe den Artikel klassische Pfeifenformen.
Der Namensgeber
Stephanus Johannes Paulus Kruger (1825-1904) war Staatspräsident der Südafrikanischen Republik (Transvaal) und wurde auf Afrikaans mit dem Beinamen "Oom Paul" ("Onkel Paul") bezeichnet. Am 9. Mai 1883 trat er sein Amt an. Als sich der Verlauf des Zweiten Burenkriegs wendete, verließ er Transvaal am 11. September 1900 mit dem Zug, konnte jedoch erst nach etwa einem Monat Wartezeit im Hafen am 20. Oktober 1900 mit einem niederländischen Kriegsschiff nach Europa übersetzen. Den Rest seines Lebens verbrachte er im Exil, die letzten Monate im schweizerischen Dorf Clarens, wo er am 14. Juli 1904 starb. In Zeitungsberichten und Erinnerungstexten jener Zeit wird er als jemand beschrieben, der sich kaum je von seiner Pfeife trennte. Auch die Karikatur "Oom Paul" von Vanity Fair vom 8. März 1900 zeigt ihn in genau dieser Rolle: schwarzer Gehrock und Zylinder, in einer Hand ein geschlossener Regenschirm, in der anderen ein aufgeschlagenes Buch, im Mund eine qualmende, gebogene Pfeife.
Die zum Kriegssymbol Gewordene Form
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.