Geschichte und Kultur
Tsutsu (Japanisches Pfeifenetui)
Ein Etui zum Tragen der japanischen Pfeife Kiseru; da es das sichtbarste Teil des vom Gürtel herabhängenden Rauchbestecks war, wurde es in fünf benannten Formen und einer breiten, von Hirschgeweih bis Lack reichenden Materialpalette gefertigt.
Tsutsu ist die Kurzform für das Etui der japanischen Pfeife; die vollständige Bezeichnung lautet Kiseru-zutsu. Da traditionelle japanische Kleidung keine Taschen hatte, wurde die Pfeife zusammen mit dem Tabakbeutel an einer Schnur befestigt und am um die Hüfte gebundenen Gürtel (Obi) herabhängend getragen.
In dieser Anordnung schützte das Etui sowohl die Metallenden der Pfeife vor Stößen als auch bildete es das von außen sichtbare längste Teil des Bestecks. Deshalb galten Kiseru-Etuis nicht nur als bloße Hülle, sondern als Gegenstände, die den Geschmack ihres Besitzers zeigten; manche werden heute in Museen als Skulpturen eingestuft.
Formen nach Aufbau des Korpus
In der Sammlerliteratur haben sich fünf Bezeichnungen etabliert; drei davon sind einteilig, zwei bestehen aus ineinandergreifenden Rohren. Diese fünfteilige Unterscheidung ist eher eine vom Antiquitätenmarkt verwendete Klassifikation; in Museumskatalogen begegnet man nicht immer denselben Begriffen.
Die einteiligen werden aus einem einzigen Block gehöhlt und halten die Pfeife ohne Deckel:
- Otoshi-zutsu: Ein durchgehend ausgehöhltes, oben offenes Etui. Es gehört zu den verbreitetsten Formen und nimmt Pfeifen unterschiedlicher Länge auf; dafür kann die Pfeife mangels Deckel herausfallen und verloren gehen.
- Wari-zutsu: Eine Abwandlung des Otoshi, bei der der Mündungsbereich beidseitig gespalten ist. Da die Ränder des Spalts die Pfeife festhalten, ist die Gefahr des Herausfallens geringer, doch Exemplare sind selten.
- Senryu-zutsu: Ein käfigartiges Etui, dessen Korpus großteils offen gelassen ist. Die Pfeife liegt zwischen einer Kerbe, die den Kopf hält, und einem Ring, durch den das Mundstück geführt wird. Diese Anordnung macht das Etui leichter, zugleich aber auch bruchanfälliger.
Die beiden ineinandergreifenden Formen hingegen schließen sich wie ein Teleskop:
- Muso-zutsu: Ein Rohr, bei dem ein dünnes Oberteil in ein dickeres Unterteil eingeführt wird. Im geschlossenen Zustand ist der Durchmesserunterschied des Oberteils mit bloßem Auge erkennbar. Da die Länge bis zu einem gewissen Grad anpassbar ist, passt es zu verschiedenen Pfeifen und gilt als die am häufigsten anzutreffende Art.
- Aikuchi-zutsu: Es schließt nach demselben Prinzip wie das Muso, doch das Oberteil ist mit zwei unterschiedlichen Durchmessern bearbeitet; im geschlossenen Zustand wirkt das Etui wie ein einheitlicher, durchgehender Korpus mit nur einem Durchmesser. Da die Länge nicht anpassbar ist, muss es für eine bestimmte Pfeife angefertigt worden sein. Es wird angegeben, dass es zahlenmäßig selten vorkommt, seine Verarbeitung dafür aber überdurchschnittlich ist. Der Name stammt vom Begriff Aikuchi, der die Anordnung eines stichblattlosen (tsuba-losen) Dolchs beschreibt, dessen Griff nahtlos in die Scheide übergeht.
Material und Verarbeitung
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.