Pfeifenmarken
Heiner Nonnenbroich
Im Niederrheingebiet tätiger deutscher Pfeifenmacher, hauptberuflich Klavierlehrer, der in den 2000er Jahren in kleiner Stückzahl handgeformte Freehand-Pfeifen herstellte.
Heiner Nonnenbroich ist ein Pfeifenmacher, der eine kleine Werkstatt im deutschen Niederrheingebiet führte. Der 1953 geborene Nonnenbroich war hauptberuflich Klavierlehrer; während er an einer Musikschule unterrichtete, betrieb er die Pfeifenherstellung als zweite Beschäftigung. Eigenen Angaben zufolge nahm er die Sache ab 2002 ernst und ging zu regelmäßiger Produktion über; Aufzeichnungen zufolge schloss die Werkstatt um 2016, doch dieses Datum lässt sich durch keine unabhängige Aufzeichnung bestätigen.
In den rund fünfzehn Jahren dazwischen entstandene Pfeifen wurden, obwohl zahlenmäßig gering, zu einer im deutschen Sammlerwesen anerkannten Signatur. Die Adresse der Werkstatt wird in den Quellen mal als Krefeld, mal als Kerken angegeben; in welchem Jahr der Umzug zwischen den beiden Orten stattfand, ist nicht bekannt.
Werkstatt und Methode
Jedes von Nonnenbroich hergestellte Stück war handgeformt, also ohne Bindung an eine feststehende Vorlage entworfen, mithin ein Freehand. Das verwendete Bruyère wurde nach eigener Darstellung des Meisters als Plateauschnitt (plateaux) aus dem Mittelmeerraum bezogen; diese Wahl wird damit erklärt, dass sich die Maserungsstruktur so im Ganzen erkennen lässt. Hinzuzufügen ist, dass die Quellen sich nicht einig sind, woher das Bruyère genau stammte: Während die Beschreibung auf seiner eigenen Website Italien und Spanien nennt, führt José Manuel Lopes' Sammelwerk neben Italien auch Algerien und Korsika an. Nach der Formgebung und dem Beizen wurde der Kopf geölt, einige Tage zum Trocknen beiseitegelegt, dann poliert und mit Carnaubawachs fertiggestellt. Diese Abfolge der Arbeitsschritte erklärt auch das begrenzte Produktionstempo der Werkstatt; die Jahresproduktion soll ein paar Dutzend nicht überschritten haben.
Die Mundstücke schnitt er eigenhändig aus deutschem Ebonitstab; die Neigung zu Ebonit bei den Mundstückmaterialien gilt als eine der charakteristischen Gewohnheiten der Werkstatt. Beim Filter widersprechen sich die Quellen deutlich: Laut der Beschreibung auf der eigenen Website des Meisters war der Großteil der Pfeifen filterlos, und die 9-mm-Filterbohrung wurde nur auf Bestellung angebracht; Lopes' Sammelwerk berichtet hingegen, der Großteil der Produktion sei mit 9-mm-Filter ausgeführt worden und auch Acryl-Mundstücke seien verwendet worden. Diese beiden Aufzeichnungen konnten bis heute nicht in Einklang gebracht werden.
Stempel und Gradierung
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.