Leitfaden
Nicht Rauchbare Pfeifen: Glas und Pratt Ware
Behandelt zwei in England hergestellte Produktgruppen, die zwar Pfeifenform tragen, aber nicht zum Rauchen bestimmt waren – Glaspfeifen und Pratt-Ware-Rätselpfeifen – anhand ihrer Herstellungsverfahren und Museumsexemplare.
Nicht rauchbare Pfeifen ist die gemeinsame Bezeichnung für Objekte, die zwar die Form einer Pfeife tragen, aber nicht zum Tabakrauchen bestimmt waren. In England treten in der Zeit vom Ende des 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zwei Produktgruppen hervor, die dieser Beschreibung entsprechen: Glaspfeifen und die als Pratt Ware bezeichneten Tonwarenpfeifen mit Reliefdekor.
Beide unterscheiden sich von der funktionalen Pfeife durch dieselben Eigenschaften: einen porenlosen Kopf, ein hitzeempfindliches Material und einen nicht reinigbaren Rauchweg. In Museumskatalogen werden diese Stücke als Ziergegenstände klassifiziert. Der hiesige Titel ist dem Titel von Carol Sheehans 1981 erschienenem Buch über Argillit-Pfeifen entlehnt.
Glaspfeifen
Objekte, die Glasbläser am Ende ihrer Schicht aus übrig gebliebenem Glas für sich selbst anfertigten, werden im Englischen frigger, whimsy oder „end-of-day“-Arbeit genannt. Diese Gewohnheit, die urkundlich bis ins Deutschland des 15. Jahrhunderts zurückverfolgt wird, erlangte ihre eigentliche Verbreitung im 19. Jahrhundert; neben Gehstock und Stiefel war auch die Pfeife eine der wiederkehrenden Formen. Das am häufigsten genannte Zentrum ist die 1788 von John Robert Lucas in Somerset gegründete und 1873 geschlossene Nailsea-Glashütte. Doch „Nailsea-Glas“ ist heute eher eine Stilbezeichnung als eine Werkstattsignatur: Da auch andere Glashütten, vor allem in Bristol und Stourbridge, mit denselben Techniken arbeiteten, lässt sich ein vorliegendes Stück meist nicht eindeutig einem bestimmten Herstellungszentrum zuordnen.
Bei der Verzierung wird geschmolzenes Glas fadenförmig um den Kopf gewickelt oder in Latticino-Technik ausgeführt; gesprenkelte, gewellte und geringelte Muster sind typisch. Da Glas keine Hitze verträgt, waren diese Köpfe von vornherein nicht zum Anzünden gedacht. Die in den Quellen genannten, mehr als einen Meter langen Exemplare waren unmittelbar für das Schaufenster des Tabakhändlers bestimmt. In der Sammlung des Victoria and Albert Museum befindet sich eine ins frühe 19. Jahrhundert datierte englische Glaspfeife (C.189-1912).
Pratt Ware und Rätselpfeifen
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.