Pfeifenmarken
Gambier
Gambier ist eine Tonpfeifenmanufaktur, die zwischen 1780 und 1928 in der französischen Stadt Givet Tonpfeifen herstellte. Mit ihren als Porträts und Figuren geformten Köpfen gilt sie als die bekannteste Tonpfeifenmarke des neunzehnten Jahrhunderts.
Gambier ist eine Tonpfeifenmanufaktur, die zwischen 1780 und 1928 in der französischen Stadt Givet an der belgischen Grenze tätig war. Sie machte sich mit Pfeifen einen Namen, deren Kopf als bekanntes Gesicht oder als Figur geformt war, und galt während des gesamten neunzehnten Jahrhunderts als die in Frankreich verbreitetste Tonpfeifenmarke.
Vom Familienbetrieb zur Fabrik
Das 1780 vom aus Dieppe stammenden Jean Gambier gegründete Atelier stellte in den ersten Jahren Nachbildungen der langstieligen holländischen Pfeifen her, die damals dem Standard entsprachen. Sein Sohn Joseph Gambier, der 1817 die Leitung übernahm, nahm zwei Änderungen vor: Er kürzte den Stiel und fügte am Kopfhals abnehmbare Mundstücke hinzu, danach begann er, den Kopf wie ein Porträt zu formen. So entstanden die ersten Beispiele der Tradition, Porträts auf Pfeifen abzubilden, in industriellem Maßstab.
1835 kaufte Minervin Hasslauer das Atelier; im Jahr darauf erwarb er auch das Grundstück und Gebäude eines benachbarten Pfeifenmachers und vergrößerte damit die Kapazität. 1846 wurde in Paris, 1860 in London ein Verkaufsbüro eröffnet; das Londoner Büro bestand bis 1896. Die 1849 auf der Pariser Ausstellung gewonnene Goldmedaille und die 1867 erfolgte Übernahme der konkurrierenden Fabrik Blanc-Garin in Givet machten das Unternehmen zum größten Hersteller der Region: 1868 arbeiteten sechshundert Menschen in den Ateliers.
Ton, Form und Brand
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.