Pfeifenmarken
Paul Tatum (Tatums Workshop)
Amerikanischer Pfeifenmacher, der seine Arbeiten mit dem Stempel Tatums Workshop signiert; bekannt für selbst gegossene Mundstücke mit eingelassenen Glasaugen und detaillierte Rustizierung.
Paul Tatum ist ein amerikanischer Handarbeits-Pfeifenmacher, der seine Pfeifen mit dem Stempel Tatums Workshop signiert. Seine Gesamtproduktion ist zahlenmäßig gering geblieben, doch hat er sich mit seinen selbst gegossenen Mundstücken und den detaillierten Schnitzarbeiten an der Korpusoberfläche einen eigenen Platz in der amerikanischen Artisan-Pfeifen-Szene erarbeitet. Sein aus der Ferne erkennbares Markenzeichen ist das in den Rücken des Mundstücks eingelassene Glasauge.
Mundstückguss und Augenstempel
Das technisch eigenständigste Merkmal Tatums war, dass er seine Mundstücke selbst goss, statt sie aus vorgefertigten Stäben zu schneiden. Er mischte das Harz von Hand und fügte Zusätze wie Bernsteinkörnchen oder geschnittenen Tabak hinzu; da die Dichte des Bernsteins der der Mischung nahekam, blieben die Körner schwebend, ohne sich abzusetzen. Das eigentliche Problem waren in der Mischung verbliebene Luftblasen. Nach eigener Darstellung härtete er das Stück in einem Druckbehälter bei etwa 90 psi (rund 6 bar) aus und hielt das Gas so in der Lösung gebunden, sodass keine Blasenspuren an der Oberfläche zurückblieben. Sein bekanntestes Muster war das Flammenmotiv: In das teilweise gedrechselte Mundstück wurden flammenförmige Kanäle eingearbeitet, flüssiges Harz in die Kanäle gepresst und das Stück erneut gedrechselt; jede zusätzliche Farbe bedeutete, den Vorgang von vorn zu wiederholen. Zu den allgemeinen Eigenschaften solcher Materialien siehe den Artikel Mundstückmaterialien.
Das Glasauge, das er in den Rücken des Mundstücks setzte — von der Art, wie sie in der Tierpräparation verwendet wird — diente zugleich als Signatur und als Gradanzeige; es wurde in eine mit einer feinen Spitze geöffnete Vertiefung mit Epoxid eingesetzt und ließ die Qualitätsstufe schon aus der Ferne erkennen. Bei belegten Exemplaren besteht der Stempel neben dem Namen Tatums Workshop aus einer Gradbezeichnung und einer Zahl; unter den bekannten Exemplaren finden sich ein grün gegossenes Mundstück mit eingelassenem goldfarbenem Auge sowie Stücke mit goldfarbenem Beschlag.
Oberflächenbearbeitung
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.