Rohstoffe
Die Entdeckung des Bruyère: die Debatte Um die Erste Bruyère-Pfeife
Es gibt keinen einzelnen Erfinder, der die Baumheidewurzel in ein Pfeifenmaterial verwandelt hätte. Dieser Artikel fasst die konkurrierenden Antworten auf die Frage zusammen, wer die erste Bruyère-Pfeife schnitzte, und die Quellen, auf die sie sich stützen.
Die Entdeckung des Bruyère gehört zu den meistdiskutierten Fragen der Pfeifengeschichte. Dass die Baumheidewurzel (Bruyère) Mitte des 19. Jahrhunderts als Pfeifenmaterial übernommen wurde, steht fest; wer sie als Erster wo und in welchem Jahr erprobte, hingegen nicht. Weder ein Registereintrag noch ein Patent ist erhalten. Sämtliche bekannten Behauptungen wurden erst Jahrzehnte nach dem Ereignis, meist zudem aus zweiter Hand, schriftlich festgehalten; die folgenden Abschnitte sind deshalb nicht als Gewissheit, sondern als miteinander konkurrierende Erzählbündel zu lesen.
Die Korsische Überlieferung
Die meistverbreitete Erzählung stützt sich auf Alfred Dunhills 1924 erschienenes pfeifenhistorisches Buch The Pipe Book. Demnach zerbrach einem französischen Pfeifenmacher, der zur Insel reiste, auf der Napoleon geboren wurde, seine Meerschaumpfeife; ein einheimischer Bauer fertigte ihm daraufhin eine neue aus Baumheidewurzel, und der Pfeifenmacher nahm bei seiner Rückkehr Proben des Materials mit. Alfred Henry Dunhill, der Sohn des Autors, setzte diese Linie 1954 in seinem Buch fort; 1962 wiederholte der amerikanische Hersteller Carl B. Weber die Erzählung in vereinfachter Form in seinem eigenen Pfeifenhandbuch. Für die Überlieferung lässt sich kein Beleg vorweisen, und als Zeitraum wird lediglich "Anfang der 1850er Jahre" genannt. Dass alle drei Bücher ein breites Lesepublikum erreichten, machte diese Erzählung unabhängig von ihrem Quellenwert zur bekanntesten Fassung.
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Quelle: Pipedia, bearbeitet unter der Lizenz CC BY-SA.