ISPEInternational Pipe Encyclopedia

Tabake

Cavendish

Keine Tabaksorte, sondern ein auf Dampf, Druck und Fermentation beruhendes Verarbeitungsverfahren. Es verwandelt Virginia- oder Burley-Blätter in eine milde, süße und dunkle Mischungskomponente.

Cavendish ist entgegen dem, was der Name vermuten lässt, keine Tabaksorte, sondern ein Verarbeitungs- und Schnittverfahren. Getrocknetes Tabakblatt — meist Virginia oder Burley — wird mit Dampf und Wärme weich gemacht, unter starkem Druck zu einem Kuchen gepresst und der Fermentation überlassen. Der entstehende dunkle, weiche und süße Tabak gilt vor allem als Grundbaustein aromatischer Mischungen.

Verarbeitungsprozess und Herkunft des Namens

Bei der typischen Cavendish-Herstellung wird der Tabak zunächst gedämpft, wodurch sich die Poren des Blattes öffnen. Anschließend werden die Blätter zu Kuchen gepresst und durch Erhitzen mit Feuer oder Dampf in die Fermentation gebracht. Ist die Fermentation abgeschlossen, werden die Kuchen in Scheiben geschnitten und sind mischfertig. Dieser Prozess karamellisiert den natürlichen Zucker des Blattes; der Tabak wird milder in der Schärfe und ausgeprägter süß.

Der Name soll auf den englischen Seefahrer Sir Thomas Cavendish aus dem 16. Jahrhundert zurückgehen. Der Überlieferung nach habe Cavendish auf seiner Virginia-Expedition von 1585 Tabakblätter mit Zucker befeuchtet und fest eingerollt, worauf sich der Geschmack des so gelagerten Tabaks deutlich verbessert habe. Diese Geschichte ist jedoch schwach belegt und höchstwahrscheinlich eine nachträglich angedichtete Ursprungslegende. Sicher ist, dass der Name heute weltweit zur Bezeichnung dieses Verarbeitungsverfahrens verwendet wird.

Hauptarten

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